Kunst als Protest

Mehr als 20.000 Werke

Buch/Berlin. Mehr als 20.000 Personen aus Deutschland sind dem Aufruf der Künstlerinitiative “Kunststimmen gegen Armut” gefolgt und haben ein eigenes Werk, verbunden mit einem Apell gegen Armut in Deutschland, an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt.In beigefügten Begleitschreiben wird die Abschaffung der Hartz IV-Gesetze und die Einführung von Mindestlöhnen gefordert. Die Initiatoren, darunter auch Anne Radstaak aus Buch, sind überwältigt von der hohen Teilnehmerzahl. Diese große Resonanz zeige auch, “dass immer mehr Menschen mit der Politik des Kabinetts nicht einverstanden sind”, so Radstaak. Eine Regierungssprecherin teilte gestern nachmittag auf Anfrage unserer Zeitung mit, “dass über die Verwendung der Werke noch nicht entschieden worden ist”. (öl)

Quelle: Rhein-Lahn-Zeitung, Ausgabe Bad Ems, 22.11.2007

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Die Resonanz in den Medien

Donnerstag, 22.11.2007

http://linkszeitung.de/content/view/154114/42

Mittwoch, 21.11.2007

http://linkszeitung.de/content/view/154064/42
http://hartz.blogg.de/eintrag.php?id=985
http://www.buerger-zeitung.de/2007/11/21/kunststimmen-gegen-armut/#more-1331

Donnerstag, 15.11.2007

http://www.mv-online.de/wna/lokales/kreis_warendorf/telgte/Kunst_fuer_die_Kanzlerin.html

Bundesregierung wollte von 20.000 eingegangenen Kunstwerken aus Volkes Hand nichts wissen

PRESSEINFORMATION 21.11.2007

Berlin. 21.11.2007 / In der Regierungspressekonferenz vom 21. November 2007, konnte der Regierungssprecher und Leiter des Bundespresse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Ulrich Wilhelm, keine Auskunft darüber geben, wo die 20.000 Kunstwerke der Initiative “Kunststimmen gegen Armut” gelagert werden. Die Beiträge der Künstler waren an die Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, im Deutschen Bundestag, adressiert. Regierungssprecher Wilhelm: “Mir ist von den Einsendungen nichts bekannt, ich bin auch nicht perfekt.”

Der Eingang der Kunstwerke und Textbeiträge wurde jedoch bereits am Montag, den 19. November vom Chef vom Dienst des Bundespresseamtes, Andreas Brücher, einem anderen Hauptstadtkorrespondenten gegenüber bestätigt. Der Journalist saß ebenfalls in der Konferenz und bekräftigte, wie der Mitschrift der Bundespressekonferenz vom 21.11.2007 zu entnehmen ist (Link: http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Nachrichten/Pressekonferenzen/pressekonferenzen.html ) die Anfrage an die Bundesregierung. Er sagte: “Es ist wunderlich, dass Ihnen der Eingang von über 20.000 Kunstwerke in unterschiedlichsten Ausführungen der Initiative “Kunststimmen gegen Armut” nicht bekannt ist, zumal der Chef vom Dienst vom Bundespresseamt ihm genau dies aber bestätigt hat.”

Der Regierungssprecher blickte zu seinem Mitarbeiter, erteilte ihm das Wort: “Sagen Sie etwas dazu, wenn Sie etwas wissen, entweder gleich jetzt hier oder nach dieser Veranstaltung.” Brücher später zu den Journalisten: “Bislang sind mehr als 20.000 Kunstwerke unterschiedlicher Art und Qualität im Bundeskanzleramt eingegangen und gehen immer noch ein.” “Wir wollen noch ein paar Tage warten, der Vorgang ist noch nicht abgeschlossen”, sagte der CvD. “Wie üblich wird sich ein Mitarbeiterstab des Kanzleramtes um diese Angelegenheit kümmern.” Was mit den Werken geschieht, kann er noch nicht sagen, aber “unverlangt eingesandte Kunstwerke werden nicht öffentlich gezeigt.” Das Filmen der Lagerstätte und der Kunstgegenstände sei nicht gestattet, den Standort gab der CvD nicht preis, laut seiner E-Mail werden “die Kunstwerke derzeit sicher eingelagert.” Über ihren weiteren Verbleib sei noch nicht entschieden. “Selbstverständlich können wir nicht allen 20.000 Einsendern antworten”, heißt darin weiter. In den meisten Fällen handle es sich offenbar ohnehin nicht um persönliche Anschreiben, sondern um den offenen Brief der Initiative. “Individuell gefasste Schreiben erhalten selbstverständlich eine Antwort vom Bundeskanzleramt.”

Brücher telefonierte nachmittags mit der Redaktion vom Demokratie-Spiegel MedienModul und teilte mit:” Das Bundeskanzleramt ist keine Kunstgalerie”, da aber die Sache noch am Laufen ist, “fließen verschiedene Überlegungen nach der Verwendung ein.” Dazu gehörten die Gedanken an eine Versteigerung oder Auktion der Gegenstände zur finanziellen Unterstützung der Künstler genauso, wie das Finden eines Abnehmers oder eines Ausstellungsortes, – aber eben auch die Gedanken, dass keine weiteren Aktionen von Seiten der Regierung erfolgen. Im Moment sind die “Gegenstände nicht aufgereiht und nicht ausgepackt”, so Brücher. Er verglich die Aktion der “Kunststimmen gegen Armut” mit einer ähnlichen Aktion in der Vergangenheit, bei der “unverlangt 1.060 Hemden beim Kanzleramt eingingen.” Die wurden auch nicht ausgepackt. Der Mitarbeiter vom Bundespresseamt bestätigte, jederzeit über die Vorgänge zur Kunstaktion Auskunft zu geben, “dafür sitze ich ja hier.”

Offen bleibt in den Augen der Initiatoren von “Kunststimmen gegen Armut” die Frage, warum der Regierungssprecher vom Kunstwerkeeingang in nicht unerheblicher Anzahl nichts wusste. “20.000 Pakete mit Bildern, Skulpturen, Zeichnungen von professionellen Künstlerin wie auch “Handgemaltem” aus Kinderhand dürften eigentlich nicht zu übersehen gewesen zu sein”, erklärten die Initiatoren der Künstlerinitiative. Den Werksendungen lagen neben von der Initiative vorgeschlagene auch persönlich verfasste Begleitbriefe bei, in denen sich die Menschen zu den Themen “Hartz IV, fortschreitende Armut und Mindestlohn” äußerten. Möchte die Kanzlerin diese Themen unter den Tisch kehren? Die Initiatoren der Aktion “Kunststimmen gegen Armut” bleiben jedoch an diesen Themen dran. Dazu hatten sie der Kanzlerin auch einen offenen Brief “Vom Geben und Nehmen, oder warum wir unsere Gesellschaft neu definieren müssen” (http://www.kunststimmen-gegen-armut.de/brief.pdf) geschickt. Auch hierzu hat sich die Kanzlerin bisher noch nicht geäußert. Die Initiatoren fordern die Regierung auf, sich dem für die BürgerInnen brennendem Thema einer in ihren Augen schwindenden Sozialpolitik zu stellen. (Franziska Syller, MedienModul, Berlin)

20.000 Menschen sendeten ihre “Kunststimmen gegen Armut” an Bundeskanzlerin Angela Merkel

PRESSEMITTEILUNG 20.11.2007

Buch (Rhein-Lahn-Kreis). Über 20.000 Menschen aus ganz Deutschland sind dem Aufruf der Künstlerinitiative “Kunststimmen gegen Armut” gefolgt und haben ein eigenes Werk, verbunden mit einem Appell gegen Armut in Deutschland, an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel geschickt. Den Sendungen wurde jeweils ein Begleitbrief beigefügt, in dem von der Initiative vorgeschlagenen Text lautet: “Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, heute erhalten Sie ein persönliches Kunstwerk von mir. Es ist ein Geschenk, und ich würde mich freuen, wenn Sie ein schönes Plätzchen in Deutschland dafür finden würden. Mit der Werksendung möchte ich ein Zeichen gegen die fortschreitende Armut in Deutschland setzen. Ich fordere die Abschaffung der Hartz IV-Gesetze und die Einführung von Mindestlöhnen. Bitte ändern Sie die Lebensbedingungen unserer von Armut betroffenen Menschen.” Viele Menschen schilderten in ihren Begleitbriefen auch ihr persönliches Schicksal und ihre Erfahrungen mit Armut und Hartz IV.

Auf der Webseite der Initiative (http://www.kunststimmen-gegen-armut.de) ist seit September 2007 eine Auswahl der
Werke in den unterschiedlichsten Genres zu sehen. Auch persönliche Schicksale und Erfahrungen mit Armut und Hartz IV
sind auf der Seite nachzulesen.

Die Initiatoren der Aktion, die freischaffenden KünstlerInnen Thomas Baier, Bettina Gladisch, Anne Radstaak und Mona
Schwenker zeigten sich von der hohen Teilnehmerzahl überwältigt. Sie hatten ihren Aufruf an weit aus weniger als 4.000
Adressaten verschickt. Wie das Bundespresseamt auf Anfrage eines Berliner Journalisten bestätigte, gingen im Bundeskanzleramt bisher bereits über 20.000 solcher Sendungen ein. Anne Radstaak erklärte: “Die hohe Teilnehmerzahl
zeigt auf, dass immer mehr Menschen mit der Politik des Kabinetts nicht einverstanden sind. Mit ihrer Kunstwerksendung
fordern die Menschen auch ein größeres Mitbestimmungsrecht in wichtigen, gesellschaftlichen Fragen. Denn der von Frau
Merkel propagierte Aufschwung kommt bei der Mehrheit der BürgerInnen in unserem Land nicht an.”

In einem offenen Brief “Vom Geben und Nehmen” vom 1. November an die Kanzlerin (http://www.kunststimmen-gegen-armut.de/brief.pdf), die Abgeordneten von Bund und Ländern sowie den größten deutsche Unternehmen zogen die Initiatoren eine Bilanz der Innenpolitik aus der Sicht der Bürgerinnen. Darin skizzierten sie auch Lösungsmöglichkeiten für eine neue, sozialere Gesellschaft auf. Auf diesen Brief gab es bisher von der Kanzlerin noch keine Antwort.

Was später mit den Kunstwerken geschehen soll und ob sie der Öffentlichkeit präsentiert werden, ist noch offen. Die
InitiatorInnen und TeilnehmerInnen sind nun sehr gespannt auf die Antwort der Bundeskanzlerin, ihren Umgang mit den
Kunstgeschenken und auf Ihre Reaktion auf die geäußerten politischen Forderungen.

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KUNSTSTIMMEN GEGEN ARMUT
Hauptstraße 26
56357 Buch/Taunus
Telefon 0 67 72 – 96 92 07
http://www.kunststimmen-gegen-armut.de
info@kunststimmen-gegen-armut.de

In Höxter wurden Päckchen gepackt für Angela Merkel

Von Margit aus Höxter/

Unsere Kunstwerke aus Höxter sind seit 13.11.07 auf Reisen, im Anhang findet Ihr eine Liste der Mitstreiter, welche sich wirklich entschließen konnten mit zu machen und natürlich Fotos der einzelnen Werke und auch Gaudies. Es hat uns sehr viel Spass gemacht, und wir hoffen Frau Merkel nimmt sich wirklich die Zeit jedes Kunstwerk auch einzeln zu bestaunen. Gleichzeitig haben wir am gestrigen Tag einen Offenen Brief an unseren Bürgermeister sowie an alle weiteren neun Bürgermeister unserer Städte im Kreis Höxter übergeben und versendet. Ein Aktionstag, welcher hier für Wirbel sorgte und hoffentlich für Erfolg. http://www.artikel-eins-online.de

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11.10.2007, Presseartikel aus der Rhein-Lahn-Zeitung, Ausgabe Bad Ems

Mit vielen “Kunststimmen gegen Armut”

Anne Radstaak hat deutschlandweite Aktion mit angestoßen – Bundeskanzlerin erhält die Werke

BUCH. Zusammen mit drei weiteren Künstlern hat Anne Radstaak, Buch, die Aktion “Kunststimmen gegen Armut” ins Leben gerufen. Jeder Bürger kann auf unterschiedlichste Weise ein Werk zum Thema Armut und Hartz IV schaffen und an Bundeskanzlerin Angela Merkel schicken, um sinnbildlich auf die derzeitige Situation aufmerksam zu machen.

Angeregt durch eine Fernsehdokumentation über Hartz-IV-Empfänger wurde diese Idee geboren, künstlerisch auf die neue Armut in Deutschland hinzuweisen. Unter der Devise “Meckern war gestern, verändern ist heute”, formierte sich das vierköpfige Koordinationsteam, alles freischaffende Künstler. Der Aufruf der Initiatoren im Internet unter http://www.kunststimmen-gegen-armut.de seit dem 1. September fand bereits ein breites Echo.

An die 100 Rückmeldungen haben die Künstler in den ersten Tagen erhalten, die sich mit Gedichten, Häkeldeckchen, einem Buch, Musikstücken, Videos, Gemälden oder auch mit Fotos ihre persönliche Einstellung zum Ausdruck bringen möchten. Die Aktion ist bereits auf ganz Europa übergeschwappt, sogar bis nach Toronto, von dort aus will sich ein Deutschstämmiger künstlerisch zu Wort melden.

Die Gruppe hat auch Zuschriften von Betroffenen bekommen, so von studierten Leuten, die von 345 Euro im Monat leben müssen, von Kindern, die in der Schule von der öffentlichen Tafel mit Nahrung versorgt werden, von Bürgern, die darauf hinweisen, dass sie nicht die Kraft haben, am Abend oder am Wochenende noch auf die Straße zu gehen, “wenn man zwei oder drei Jobs machen muss, um über die Runden zu kommen” und es schlimm finden, dass harte Arbeit nicht zum Leben reicht.

Die Werke sollen, so das Ziel der Künstler, geballt in Berlin ankommen. Und Anne Radstaak ist sich sicher: “Die Bundeskanzlerin wird gezwungen sein, sich damit zu befassen. Denn: Wer Kunst vernichtet, hat kein gutes Standing in der Öffentlichkeit.”

Die Künstlergruppe wird am Donnerstag, 15. November, in Berlin sein. Sie ist natürlich nicht so blauäugig zu glauben, dass sie im Kanzleramt empfangen wird. “Mal sehen was sich tut. Auf jeden Fall werden wir nicht protestieren, sondern uns ganz friedlich verhalten.” Die Bucher Künstlerin und Designerin hofft natürlich auf eine entsprechende Resonanz in den Medien. (öl)

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01.10.2007 Bericht vom Kölner ZAHLTAG

 Köln – Das Motto lautete „Zahltag – Schluss mit den ARGE(n) Schikanen. Deshalb versammelten sich heute (01.Oktober) rund 160 Erwerbslose und Hartz IV-Gegner/Innen an der Kölner ARGE und besetzten das Foyer der Arbeitsagentur Köln trotz eines massiven Polizeiaufgebots. Dazu hatte das Bündnis „Agentur-Schluss“ aufgerufen, um die Auszahlung verweigerter Leistungen zu erzwingen. Trotz anfänglicher Übergriffe der Polizei mit anschließenden Festnahmen konnte der selbst organisierte Begleitschutz in allen Fällen die Auszahlung erzwingen. Zudem wurde der ARGE-Mitarbeiter, Dieter Berns für besonders schikanösen Eifer gegen Hartz IV-Empfänger mit dem goldenen „A“ des Erwerbslosen Forum Deutschland ausgezeichnet. Dazu hatte Anne Radstaakt von der Initiative „Kunststimmen gegen Armut“ während der Aktion ein entsprechendes Gemälde produziert.

Dem interessierten Publikum wurden mehre Vorträge und Diashows in der besetzten Arge präsentiert. Die Themen waren: Hausbesuche vom Amt, eheähnliche Gemeinschaft, „Profiling und Zwang zur Selbstunterwerfung – auch außerhalb von Hartz IV. Zudem erklärten sich die Teilnehmer der ARGE-Besetzung solidarisch mit den seit zwei Monaten Streikenden und seither selbst verwaltenden Fahrradfabrik „Bike Systems“ in Nordhausen. Hierzu gab es eine Film- und Informationsveranstaltung.

Seit 10:00 Uhr des Tages, bot der Wuppertaler Erwerbslosenverein „Tacheles e. V.“ Einzelberatung für Betroffene an, die rege in Anspruch genommen wurde. Gerade die ARGE Köln ist nach der Umstrukturierung und Vorgaben durch die Unternehmensberatung „Roland Berger“ durch systematisches Abweisen und Vorenthaltung von Leistungen aufgefallen.

Zu Beginn verhinderte die Polizei die Vorsprache von Hartz IV-Empfänger, die für diesen Tag keinen Termin hatten, indem sie nicht zu den Sachbearbeiter/Innen vorgelassen wurden. Zudem wurde bekannt, dass offenbar einige Betroffene kurzfristig eine Terminabsage für den 1. und 2. Oktober bekamen. „Agentur-Schluss“ sah dies im Rahmen des angekündigten Aktions-Camp. Erst durch den massiven Druck der Besetzer, bei der es auch zu Übergriffen und Verhaftungen durch die Polizei kam, beugte sich Polizei und ARGE-Leitung der wütenden Menge.

Quelle: http://www.erwerbslosenforum.de

ZAHLTAG Fotos

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Video vom ZAHLTAG des Bündnisses AGENTURSCHLUSS

Besetzung der Kölner Arbeitsagentur am 1. und 2. Oktober 2007